Planungshilfe für Meteor-Scatter-Betrieb (z. B. MSK144 auf 6 m/2 m): Wo stehen die Radianten, wie verteilen sich die Meteore am Himmel und wohin lohnt es sich, die Yagi zu drehen.
Für Forward-Scatter sind Funkstrecken günstig, die etwa quer zur Radiant-Richtung verlaufen – dort werden Trails bevorzugt „broadside“ getroffen. Die Dichterose gewichtet dazu Aktivität, Radiantenhöhe und sin²(Δ Azimut); die Empfehlung nennt beide Richtungen der besten Achse. Für ein konkretes QSO gilt weiterhin: Antenne aufs Ziel, Sked in die aktiven Stunden legen.
Der Apex ist der Punkt am Himmel, auf den sich die Erde bei ihrem Umlauf zubewegt (90° von der Sonne entfernt). Die Apex-Quellen machen etwa 25–30 % der Sporaden aus – den größeren Teil liefern Helion-, Antihelion- und Toroidalquellen, die hier als gleichmäßiger Sockel eingehen. Genau genommen sind es zwei Quellen, eine nördliche und eine südliche, je rund 15° ober- und unterhalb der Ekliptik; der Pfeil markiert die Mitte zwischen beiden.
Der Staub stammt von rückläufigen Bahnen: Wir treffen frontal auf ihn, mit bis zu 72 km/s. Das ergibt helle, lang nachleuchtende Spuren – nahe am Radianten allerdings stark verkürzt. Für den Funkbetrieb sind sie überproportional wertvoll, weil die Ionisationsausbeute steil mit der Geschwindigkeit steigt; deshalb ist der Apex-Anteil hier höher gewichtet als bei visuellen Zählungen.
Der richtungsabhängige Anteil folgt der Apex-Höhe über dem Horizont – daraus ergeben sich zwei Effekte von selbst:
Die Apex-Richtung ist am Himmel als Doppelpfeil markiert, ein kurzer Pfeil über der Horizontlinie zeigt sie zusätzlich als „Flugrichtung Erde“ mit Azimut an; im Kompass erscheint sie als Pfeilspitze am Ring, in der Stromliste mit Höhe und Deklination. Ein Teil der sporadischen Spuren strahlt entsprechend vom Apex weg und läuft dort schneller.
Für Backscatter-Empfang per SDR werden Richtung und Distanz zu GRAVES (143,050 MHz, Weltraumradar bei Dijon) und zur BRAMS-Bake (49,97 MHz, Dourbes/Belgien) angezeigt: als Mast-Marker am Horizont der Himmelsansicht, als Raute am Kompassrand und als Punkt auf der Scatter-Karte. Die SDR-Buttons im Antennenpanel drehen das Heading direkt auf die jeweilige Bake. Hinweis: GRAVES strahlt in einen Süd-Sektor – Stationen nördlich des Radars hören Reflexionen aus Richtung des Radars und dahinter; BRAMS strahlt zenitnah und ist vor allem im Umkreis von einigen hundert Kilometern nutzbar.
Radiantendaten & ZHR nach IMO-Kalender (genähert, mit täglicher Radiant-Drift). Der Mond wird mit korrekter Position und Phase dargestellt (Scheibe gegenüber 0,5° vergrößert) – für Meteor-Scatter ohne Belang, für die Orientierung am Himmel aber hilfreich. Keine Planetendarstellung.